Die Chiropraktik = Chiro (Cheiros) bedeutet “Hand” und praktik (Praktos) “getan”, wurde ursprünglich im alten China und Ägypten angewandt. 1895 hat B.J. Palmer diese Methode in den USA wieder aufgegriffen und zu dem System der amerikanischen Chiropraktik weiter entwickelt. Dieses System basiert auf der Tatsache, dass alle Körperfunktionen, alle Zellen und alle Organe hormonell und in letzter Konsequenz vom Nervensystem gesteuert werden. Die Chiropraktik beeinflusst aus unserem Selbstverständnis das gesamte Nervensystem. Schmerzen des Bewegungsapparates und die daraus resultierenden negativen Veränderungen der Nervenfunktionen können mit der Chiropraktik nicht selten diagnostiziert und behandelt werden. Dem Chiropraktiker ist bewusst, dass nicht er den Patienten heilt, sondern dass er die Impulse vermittelt, die den Körper des Patienten veranlassen, sich selbst zu heilen.

Irrtümlich wurde lange Zeit die Meinung vertreten, dass bei Rückenbeschwerden Wirbel “ausgerenkt” seien. Heute ist jedoch klar, dass hinter Gelenkblockaden eigentlich verhärtete und verspannte Muskeln stecken. Wie eine Schublade, die eingeklemmt ist, machen die Muskeln das Gelenk unbeweglich. Das führt zu Nervenreizungen, die wiederum die Muskelspannung erhöhen, aber auch in die Umgebung ausstrahlen. So kann ein verspannter Hals unter anderem Schulterbeschwerden, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle oder Ohrgeräusche hervorrufen.

Der Chiropraktiker kann durch gezielte Handgriffe oder eine kleine Drehung die Blockade lösen. Dabei wird der Nervenreiz für einen kurzen Moment unterbrochen, die Muskelspannung sinkt und das Gelenk wird frei. Der Therapeut übt dabei nur einen ganz minimalen Kraftimpuls auf das Gelenk aus – trotzdem kann es bei der Manipulation deutlich hörbar in den Gelenken knacken. Auf ähnliche Weise behandelt ein Chiropraktiker Schmerzen, die vom Knie-, Ellenbogen- oder Hüftgelenk ausstrahlen.

Heute beansprucht die moderne, sanfte Chiropraktik, deren Impulse vorwiegend aus den USA kommen, eine Philosophie, eine eigene Kunstfertigkeit und eigene wissenschaftliche Aspekte. Anstatt der hier bekannten Methode des “Einrenkens” wendet der Chiropraktiker sanften, kontrollierten, gezielten Druck an verschieden Bereichen des Bewegungsapparates an um den Kompensationsmechanismus des Körpers wieder herzustellen.